Das Leben der Hedy Lamarr
Secret Communication

von Alexander Mitterer und Erik Jan Rippmann

Sie war die schönste Frau des 20. Jahrhunderts.
Sie war die erste Nackte der Filmgeschichte.
Sie war die Hollywood-Diva der 1940er Jahre.
Sie war die Erfinderin der Mobilfunkkommunikation.
Sie war Österreicherin.

„Die Welt ist mir was schuldig“,
empört sich die Diva lautstark, als sie 1991 völlig verarmt zum wiederholten Mal bei einem Kaufhausdiebstahl ertappt wird. Diese Begebenheit bildet den Ausgangspunkt für das spannende Stück über Hedy Lamarr, das sowohl Einblick in das schillernde Leben der Hollywood-Diva gewährt, als auch hinter die Kulissen Hollywoods und der Politik der 30er und 40er Jahre blickt.

Durch ihre, gemeinsam mit dem Musiker George Antheil, getätigte Erfindung des „Frequenzsprungverfahrens“ hat sie die Sozial- und Kommunikationsgeschichte der Menschheit radikal verändert. Ihre Erfindung dient als Grundlage unserer modernen, sowohl militärisch als auch zivil genutzten Mobilfunkkommunikation.

Alexander Mitterer verdichtet ihr Leben zwischen Skandal, Genie, Sex & Kriminalität auf faszinierende, fesselnde 90 Minuten.

Vorstellungen

Premiere

21. April 2017, 20:00 Uhr, dramagraz

Weitere Vorstellungen

22., 24., 26., 27., 28. April, jeweils 20:00 Uhr, dramagraz

23. April, 15:00 Uhr, dramagraz

Details zum Stück

Vorstellungsort

dramagraz
Schützgasse 16
8020 Graz

Karten

Zentralkartenbüro Herrengasse 7, 8010 Graz 0316/ 830255, bestellung@zkb.at ,
info@theaterkaendace.at  und an der Abendkasse ab 19:20 Uhr

Das Leben der Hedy Lamarr
Secret Communication

von Alexander Mitterer und Erik Jan Rippmann.
In Zusammenarbeit mit der TheaterOFFensive Salzburg.

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mit

Anja Clementi: Hedy 2
Klaudia Reichenbacher: Hedy 1, Barbara LaMar
Diana Paul: Detektivin
Alex Linse: G. Machaty, Fritz Mandl, Louis B. Mayer
Stefan Bischoff: Graf Starhemberg, George Antheil
Patrick Lutz am Klavier

Kostüme

ardea luh & Klaudia Reichenbacher

Inszenierung

Alexander Mitterer

Bühne

Klaudia Reichenbacher

Lichtdesign

Geari Schreilechner

Technische Betreuung

Christoph Trummer

Fotos: Wolfgang Schwaiger

Fotos: Christoph Trummer

Kritiken

Kritiken zur Uraufführung 2013

„Eine Ikone der männlichen Ehre“

„Dem Theater Kaendace ist ein überaus ergreifender Abend gelungen, den man sich nicht entgehen lassen sollte.“
Ch. Hartner , Kronen Zeitung, 9. 11. 2013

„Kunstvoll nähert sich das Theater Kaendace der von Ildiko Babos und Klaudia Reichenbacher verkörperten janusköpfigen Schönheit (…)
Mit Felix Krauss und Klangmeister Michael Merkusch hauchen die ästhetischen Momentaufnahmen unter Alexander Mitterer dem verblassten Idol Leben zwischen Glanz und Bitterkeit ein.“
Elisabeth Willgruber-Spitz , Kleine Zeitung 10.11.2013

Hedy Lamarr
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Fotos: derfritz.at

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Als am 28.01.1966 eine etwa 50-jährige Frau bei einem Ladendiebstahl am Wilshire-Boulevard- Los Angeles- ertappt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten wird, ist dies wohl ein neuerlicher schmerzhafter Tiefpunkt im Leben der ehemaligen Hollywood-Diva und schönsten Frau der Welt, Hedy Lamarr.

Ihr wechselhaft, vielschichtiges Leben liest sich wie ein Kaleidoskop der Kultur- Film- und Technikgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Als Hedwig Maria Kiesler am 9. November 1913, 1914 oder 1915 zur Welt kommt (beide Eltern jüdischer Herkunft, Vater der aus Lemberg stammende geschäftige Direktor der Wiener Creditanstalt Emil Kiesler, Mutter, die aus Budapest stammende ausgebildete, den Beruf allerdings nie ausübende Konzertpianistin Gertrud Kiesler geb.Lichtwitz), tobt gerade der „Grosse Krieg“ im alten Europa.

Dieser schreckliche, das bisherige Europa grundlegend verändernde Krieg, wurde schon Jahre zuvor von der damaligen neuen Kunst- und Kulturbewegung der Futuristen (Marinettis Gründungsmanifest des Futurismus erschien 1909 in Paris) gefordert.

Die Futuristen verstanden den Krieg und den Tod im Krieg als Katharsis der bürgerlichen Gesellschaft und sahen im Tod auf dem Schlachtfeld die höchste ästhetische Vollendung der Kunst.

Dieser neuen revolutionären Kunstrichtung, die formal einen Zusammenschluss von Leben (alltäglichen Lebensumständen) und künstlerischer Ver- und Bearbeitung dessen forderte, schlossen sich viele Schriftsteller, Musiker, Maler, Architekten, Theaterschaffende und Aktionisten an. U.a. auch der aus Trenton/New York stammende Pianist und Komponist George Antheil, dessen 1926 uraufgeführtes Werk „Ballet mecanique“ ein großer Skandal, der Saaltumulte zur Folge hatte, war.

In formaler Hinsicht scheiterte Antheil aber bei der Umsetzung dieser rhythmisch äußerst exakten und handwerklich hervorragenden Komposition für 16 Pianolas, zwei Flugzeugturbinen, Propeller und großem Schlagwerk, an der Unmöglichkeit, die Frequenzen der 16 Pianolas zu synchronisieren.

Als Hedwig Kiesler am Schulweg an den Sascha-Filmstudios (einer der Teilhaber an der Sascha Filmprod. Gesellschaft war ihr späterer Mann und Chef der „Hirtenberger Patronenfabrik“ Fritz Mandl) in Sievering vorbeikommt, in denen im Jahr 1930 gerade der erste österreichische Tonfilm „Geld liegt auf der Strasse“ mit Rosa Albach-Retty und Hans Moser (Regie: Georg Jacoby) gedreht wird, heuert sie, fasziniert vom Film, als Scriptgirl an und wird auch mit einer Nebenrolle betraut. Sie bricht ihre Schulbildung ab.

Ein weiterer Film folgt „Sturm im Wasserglas“ und alsbald wird man auch in Berlin auf die junge Schauspielerin aufmerksam und engagiert sie für die Hauptrolle in der Zeitsatire „Man braucht kein Geld“ neben Heinz Rühmann. In der New York-Times (der Film lief unter dem Titel „His Majesty, King Ballyhoo“ auch in den USA) stand zu lesen: „The Girl, who neatly demonstrates that German and Austrian movie actresses need not necessarily all be Marlene Dietrich.“ In Berlin fundiert sie ihr schauspielerisches Talent, indem sie Unterricht bei Max Reinhardt nimmt, der sie auch in zwei seiner Inszenierungen einsetzt („Das schwache Geschlecht“ und „Private Lives“).

Nach weiteren Filmrollen wird ihr, sie ist 17 Jahre jung, die Hauptrolle in Gustav de Machatys (Prager Regisseur) Film „Ekstase – Symphonie der Liebe“ angeboten.

Der 1933 uraufgeführte Film gerät zum Skandal und Welterfolg, da er die erste Nacktszene der Filmgeschichte enthält. Hedwig Kiesler, die erste Nackte auf der Leinwand, erlangt damit Weltruhm.

1932 kehrt sie nach Wien zurück und spielt im Theater an der Wien die Hauptrolle und Titelfigur in Fritz Kreislers Operette „Sissi“ als Zweitbesetzung von Paula Wessely mit dem Vater von Romy Schneider, Wolf Albach Retty, der auch bei Reinhardt in Berlin engagiert ist. Mit ihm verbindet sie ein freundschaftlich-intimes Verhältnis. Am 10. August heiratet sie in Berlin den Milliardär, Waffenproduzenten und Chef der Hirtenberger Patronenfabrik Fritz Mandl. Er ist wie sie jüdischer Herkunft. Beide konvertieren zum Katholizismus und werden nach katholischem Ritus in der Wiener Karlskirche getraut. Auf Geheiß ihres Gatten muss sie Ihren Beruf aufgeben und lebt ab nun unter ständiger Kontrolle im goldenen Käfig. Ihre Rolle beschränkt sich auf die der Dame des Hauses und Gastgeberin bei den geschäftlich wichtigen Abendgesellschaften im Hause Mandl. Bei diesen Anlässen werden u.a.Themen wie die der technischen Realisierung funkgesteuerter Waffensysteme, deren Frequenzen nicht sofort vom Feind mithilfe von Ortungsgeräten abgetastet und decodiert werden können, erörtert.

Hedwig Kiesler-Mandl nimmt als schweigende Zuhörerin an diesen Diskussionen teil, merkt sich technische Detailinformationen, angedachte, aber noch nicht realisierbare Möglichkeiten der Problemlösung und beschäftigt sich autodidaktisch mit dem Problem der Synchronisierung von Frequenzen, dessen Lösung sie einige Jahre später zusammen mit dem Musiker George Antheil als Patent unter dem Titel „Frequenzsprungverfahren“ beim amerikanischen Patentamt einreicht.

1937 flüchtet sie auf abenteuerliche Weise aus der Ehe und lässt sich in Paris von Fritz Mandl wegen seelischer Grausamkeit scheiden.

Kurze Zeit später in London trifft sie auf Louis B. Mayer, dem Chef der weltgrössten Filmproduktionsfirma „MGM“ (Metro Goldwyn Mayer). Er nimmt sie unter Vertrag, ändert ihren Namen zu Ehren des verstorbenen Stummfilmstars Barbara LaMarr in Hedy Lamarr um. Mit ihrem ersten Film „Algiers“ versetzt sie die Kinobesucher in Erstaunen und macht sich über Nacht einen Weltnamen.

In den folgenden Jahren wird sie zur Trendsetterin, zur Stil- und Modeikone, gilt als die schönste Frau der Welt und wird zur bestbezahlten Schauspielerin Hollywoods.

Ehen (6) und Scheidungen wechseln einander ab.

1940 sucht sie George Antheil, den Bad Boy der Musik, auf, der sie als Endokrinologe über die Möglichkeit einer Brustvergrößerung beraten soll. Zusammen mit ihm entwickelt sie das Gerät zur abhör- und steuerungssicheren Funksteuerung für Torpedos.

Nachdem sie sich auch als Filmproduzentin versucht, erleidet sie finanziellen Schiffbruch.

1958 ist ihre Karriere in Hollywood zu Ende. Auch ihre Rechte am Patent des Frequenzsprungverfahrens das allerdings noch nicht umgesetzt wurde, laufen aus. Erst 1962 während der Kubakrise, erfährt das verfahren seine erste militärische Nutzung.

Im Jahr 1997 wird sie dafür mit dem EFF-Pioneer-Award der Electronic Frontier Foundation ausgezeichnet, nachdem sie auch als Schauspielerin vergessen, sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte.

Der „Tag der Erfinder“ wird ihr zu Ehren an ihrem Geburtstag am 9. November gefeiert.

Am 19. Jänner 2000 verstirbt die Diva und Erfinderin, die kalte Marmorgöttin und ehemals schönste Frau der Welt in Altamonte Springs/Florida.

Diese Produktion wird unterstützt durch
Land Steiermark – Wirtschaft, Europa, Kultur
Das andere Theater
Stadt Graz Kultur Neu
Bundeskanzleramt
Biographien
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Klaudia Reichenbacher

Klaudia Reichenbacher lebt und arbeitet freischaffend in Graz, hauptsächlich als Regisseurin, Choreographin, Schauspielerin, Ausstatterin und Produktionsleiterin für Theater Kaendace. Daneben wiederholt Engagements u.a. Vereinigte Bühnen Graz/ next Liberty, Schauspielhaus Graz, styriarte, klagenfurter ensemble, stadttheater bruneck, Kleines Theater Bruneck, Theater Frohnleiten, kunsthaus muerz/festival brücken Stadttheater Klagenfurt, Theater WalTzwerk.

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Alexander Mitterer

Der Autor Alexander Mitterer ist 1968 in Bruneck, Südtirol/ Italien geboren und lebt als freier Schauspieler und Regisseur in Graz und Wien.
Schauspielstudium am Konservatorium der Stadt Wien, Abschluß 1993.
Engagements in Theater, Film, Hörfunk und Fernsehen (u.a. seit 2000 als Komissar Pfurtscheller in der ORF Tatortreihe Tirol von Felix Mitterer)