Tesla

nach Stevan Pešić, „Tesla oder die Anpassung eines Engels“

Übersetzung und erweiterte Fassung für Theater Kaendace von Dragana Gavrić, Klaudia Reichenbacher, Alexander Mitterer
Stevan Pešić, serbischer Autor, geb.1939 in Belgrad, gest. 1994

„Tesla erfand so ziemlich alles. Wenn du an deinem Computer arbeitest, denk an Tesla. Seine Teslaspule liefert die Hochspannung für die Bildröhre, die du benutzt. Der Strom für deinen Computer stammt von einem von Tesla entworfenen Wechselstromgenerator, wird durch einen Tesla Transformator geleitet und erreicht dein Haus als dreiphasiger Tesla Strom.“
Nick Francesco, „Who is Nikola Tesla?“

Ein Journalist interviewt Nikola Tesla, den „Vater des Wechselstroms“, den „Zauberer der Elektrizität“ für das Magazin „Immortality“ um 1918 in New York. Dabei gerät er in eine Sphäre zwischen Realität und Fiktion. Durch die Darlegung seiner Gedankengänge regt Tesla die Vorstellungskraft des Journalisten und damit auch die des Publikums an, in eine höhere Dimension einzudringen und einen Blick auf die diffizilen Zusammenhänge des Universums zu werfen.

Nikola Tesla, war ein weltverändernder und deshalb auch gefürchteter Geist, den man zum größten Genie des 20. Jhdts. hochjubelte und materiell verbluten ließ.
Wir wollen diesen, unsere Zeit prägenden Erfinder, in Erinnerung rufen, seine Erkenntnisse, die sich für unsere Gegenwart und Zukunft  als immer wichtiger erweisen, dem Publikum im intimen Rahmen unseres Spielorts ARTist’s  näher bringen.
Ein Abend der Reflexion im Spannungsfeld von Intuition und Technik, Spiritualität und Beweisbarkeit.

„Jedes Lebewesen ist eine Maschine, die mit dem Räderwerk des Universums verbunden ist. Auch wenn es scheinbar nur von seiner direkten Umgebung beeinflußt wird, reicht die Sphäre der äußeren Einflüsse doch bis in die Unendlichkeit. (…)
Im 21. Jhdt. wird der Roboter den Platz einnehmen, den in antiken Zivilisationen die Sklavenarbeit innehatte“ (Nikola Tesla)

Die Inszenierung legt den Focus auf intensives Schauspiel, das auf sprachliche Präzision und die Strahlkraft der Schauspieler setzt und die eine dezente, sich ganz dem Inhalt verschreibende, schlichte aber eindringliche Vermittlung der Thematik bietet.

Tesla in Graz:

Tesla begann sein Studium der Elektrotechnik an der Technische Universität /Joanneum Graz (1875 bis 1877), die  ihren wohl größten und am nachhaltig wirkendsten Studenten mit dem nach ihm benannten Labor am Institut für Hochspannungstechnik gewürdigt hat.
Ein Zauberer der Elektrizität, ein Magier und Revolutionär der Wissenschaft, ein Phänomen, das voll Widersprüchlichkeit betrachtet und diskutiert wird. Die Inspirationen für seine weit über tausend Patente, erhielt er über die Kraft der Poesie. War er ein Schöpfergeist und Menschenfreund oder ein Dämon?
Prometheus, der Lichtbringer oder dessen Bruder Epimetheus, ein nachdenkender        Schwärmer?
Das Thema der freien Energie erfüllte Tesla ganz, brachte ihm aber viel Gegenwind und Kritik ein. Der Nutzbarmachung der Naturkräfte für die menschlichen Bedürfnisse galt seine hauptsächliche Forscherkraft, die ihn in einen wahren Begeisterungstaumel versetzte und ihn ein unvorstellbares, exzessives schöpferisches Arbeitspensum absolvieren ließ.

Vergeudung, speziell jede Energieverschwendung, war ihm ein Greuel, die Versorgung der Menschen mit Energie war sein größtes Anliegen. Er sah die Menschheit als Masse, deren Fortschritt von der ihr zur Verfügung stehenden Energie abhängt. Er befasste sich mit Wind- und Sonnenenergie, zeigte Wege auf, wie man aus der Umgebung Energie gewinnen kann, z.B. durch Wärmepumpen. Er dachte im umfassenden Sinn ökologisch,  erfand aber auch tödliche Waffen und bereitete der künstlichen Intelligenz und der Robotik den Weg.

Premiere

Montag, 27. Jänner 2020, 19:30 Uhr

Vorstellungen

29., 30., 31. Jänner & 1., 5., 6., 7. Februar 2020, jeweils 19:30

Spielort

ARTist’s
Schützgasse 16, 8020 Graz

Karten

0681 102 67 208, info@theaterkaendace.at
Zentralkartenbüro, Herrengasse 7, 8010 Graz, 0316 830 255, bestellung@zkb.at
und an der Abendkassa

Mit

Felix Krauss als Nikola Tesla

Alexander Mitterer als Journalist

Konzept und Regie

Klaudia Reichenbacher

Dramaturgie, Ausstattung

Klaudia Reichenbacher

Lichtdesign

Nina Ortner

Klangkulisse

Michael Merkusch

FELIX KRAUSS
geb. 1980 in Basel geboren und im Schwarzwald aufgewachsen. Schauspielstudium von 2005 bis 2009 an der Kunstuniversität Graz.
Abschluß mit Mag.art. Mitbegründer der hardplaycompany. Freier Schauspieler u.a. Schauspielhaus Graz (Alice im Wunderland, King Lear u.a.), TAO, TaL, t’eig theater, Theater in der Effingerstrasse, Bern, bei Paulus Manker, und der Schaubühne Graz/ Hof TheaterHöf Präbach. Zusammenarbeit mit Theater Kaendace in „Secret Communication – Das Leben der Hedy Lamarr“ von Alexander Mitterer und „Sanftwut oder Der Ohrenmaschinist“ von Gert Jonke.